Der Harz

Ein Familienabenteuer zwischen Brocken, Wald und sagenhaften Geschichten

Wenn man im Harz lebt und arbeitet, ist es manchmal gar nicht so einfach, die Frage zu beantworten: Was ist eigentlich das Besondere am Harz? Sind es die Berge? Die Wälder? Der Brocken? Die kleinen Fachwerkstädte? Die Schmalspurbahnen? Die Bergwerke? Die Tiere? Oder vielleicht doch die vielen Geschichten, die sich seit Jahrhunderten um diese Landschaft ranken?

Wahrscheinlich ist es alles zusammen.

Der Harz ist eine Landschaft, die auf relativ kleinem Raum unglaublich viele verschiedene Erlebnisse miteinander verbindet. Hier kann man morgens durch eine historische Fachwerkstadt spazieren, mittags einen Berg erklimmen und am Nachmittag mit der Harzer Schmalspurbahn durch die Landschaft fahren.

Das Mittelgebirge ist rund 110 Kilometer lang und etwa 30 bis 40 Kilometer breit. Sein höchster Berg ist der Brocken mit 1.141 Metern. Damit ist der Brocken nicht nur der höchste Berg des Harzes, sondern auch der höchste Berg Norddeutschlands. Und trotzdem muss man kein passionierter Bergsteiger sein, um den Harz zu entdecken.

Genau deshalb ist der Harz für Familien so spannend: Man muss sich hier nicht für eine einzige Art von Urlaub entscheiden.

Natur erleben im Nationalpark

Der Nationalpark Harz gehört zu den größten Waldnationalparks Deutschlands und erstreckt sich über knapp 25.000 Hektar. Er ist der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands und umfasst rund zehn Prozent der gesamten Harzregion. Etwa 97 Prozent seiner Fläche sind bewaldet.

Das Besondere am Nationalpark ist sein Grundgedanke: „Natur Natur sein lassen.“ Die natürlichen Prozesse sollen möglichst ungestört ablaufen. Bäume dürfen alt werden, umfallen und verrotten. Abgestorbene Bäume werden deshalb nicht grundsätzlich aus dem Wald entfernt, sondern bleiben als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze liegen. Gleichzeitig entsteht auf den Flächen neuer Wald – der Nationalpark wird so zu einem Wald im Wandel.

Durch seine Höhenunterschiede bietet der Nationalpark ganz unterschiedliche Lebensräume. In den tieferen Lagen wachsen vor allem Buchenwälder. Mit zunehmender Höhe verändert sich der Wald und geht schließlich in die für den Hochharz typischen Fichten-Bergwälder über. Auf dem Brocken endet der Wald schließlich an einer natürlichen Waldgrenze.

Neben den Wäldern gehören auch Moore, Bergbäche, Felsen und die Bergheide der Brockenkuppe zum Nationalpark. Jeder dieser Lebensräume bietet andere Bedingungen für Pflanzen und Tiere. Insgesamt finden mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark eine geschützte Heimat. Dazu gehören unter anderem Luchs, Wildkatze und verschiedene seltene Vogelarten.

Der Nationalpark ist gleichzeitig Lebensraum und Erlebnisraum. Ein gut ausgeschildertes Wegenetz führt durch die verschiedenen Landschaften. Dabei gilt: Die Natur soll möglichst wenig gestört werden. Deshalb dürfen Besucher nur die ausgewiesenen Wege nutzen. So bleiben bestimmte Bereiche der Tier- und Pflanzenwelt als Rückzugsräume erhalten.

Wenn man über den Harz spricht, kommt man am Brocken kaum vorbei. Mit 1.141 Metern ist er der höchste Berg des Nationalparks und gleichzeitig der höchste Berg Norddeutschlands. Seine besondere Stellung hat aber nicht nur mit seiner Höhe zu tun. Der Brocken ist auch ein Berg voller Geschichten.

Sein Gipfel liegt oberhalb der natürlichen Waldgrenze und bietet – bei entsprechender Sicht – einen beeindruckenden Blick über die Harzlandschaft. Allerdings ist das Wetter dort oben oft ganz anders als unten im Tal. Wind, Nebel und schnelle Wetterwechsel gehören zum Brocken dazu. Genau das hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass sich schon früh zahlreiche Sagen und Geschichten um den Berg entwickelten.

Wer mit Kindern durch den Harz fährt, wird ihnen früher oder später begegnen: Hexenfiguren, Besen, geschnitzte Figuren oder Geschichten über die Walpurgisnacht.

Der Ursprung dieser Tradition liegt unter anderem in der jahrhundertealten Verbindung des Brockens mit Sagen und Mythen.

Besonders bekannt ist die Walpurgisnacht am 30. April. In der Harzer Sagenwelt sollen sich in dieser Nacht Hexen auf dem Brocken versammelt haben.

Die Vorstellung wurde später vor allem durch Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ noch bekannter. Dort beschreibt Goethe die berühmte „Walpurgisnacht“ und machte den Brocken damit auch literarisch zu einem besonderen Ort.

Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt im Harz außerdem eine beeindruckende Tierwelt. In den Wäldern leben unter anderem Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse und zahlreiche Vogelarten. Eine besonders spannende Rückkehrgeschichte gehört dem Luchs. Nachdem der Luchs im Harz lange Zeit ausgestorben war, begann Ende der 1990er-Jahre ein Wiederansiedlungsprojekt. Seitdem gibt es wieder freilebende Luchse im Harz. Allerdings gehört der Luchs zu den Tieren, die man nicht einfach bei einem Waldspaziergang zu Gesicht bekommt.

Und genau das macht die Suche für Kinder manchmal besonders spannend. Wer entdeckt Spuren? Wer findet eine Feder? Wer hört einen Vogel?

Der Wald wird dadurch zum Naturdetektiv-Spielplatz.

Eine Geschichte unter Tage

Der Harz und der Bergbau

Wer heute an den Harz denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an Natur. Dabei hat die Landschaft eine zweite, mindestens genauso wichtige Seite: Der Harz ist eine alte Bergbauregion.

Schon seit dem Mittelalter wurde hier nach wertvollen Erzen gesucht und Bergbau betrieben. Vor allem der Abbau von Silber, Blei, Kupfer und anderen Erzen prägte die Entwicklung vieler Orte. Der Bergbau veränderte nicht nur die Wirtschaft. Er veränderte die Landschaft. Wälder wurden genutzt, Wasserläufe für den Bergbau umgeleitet und ganze Städte entwickelten sich rund um die Gruben.

Ein besonders bedeutendes historisches Bergbaugebiet ist das UNESCO-Welterbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Wasser

Der unsichtbare Schatz des Harzes

Besonders faszinierend ist die historische Oberharzer Wasserwirtschaft.

Um den Bergbau zu ermöglichen, brauchten die Bergleute große Mengen Wasser. Dafür entstand über Jahrhunderte ein ausgeklügeltes System aus Teichen, Gräben und Wasserläufen. Viele dieser Anlagen sind bis heute erhalten.

Das Spannende daran:
Wenn man heute durch den Harz wandert und an einem kleinen Teich oder Graben vorbeikommt, sieht man manchmal gar nicht auf den ersten Blick, dass dahinter eine jahrhundertealte technische Geschichte steckt.

Mit Volldampf durch den Harz

Die Harzer Schmalspurbahn

Die dampfenden Züge gehören für viele Menschen genauso zum Harz wie der Brocken selbst. Das Streckennetz ist mehr als 140 Kilometer lang und verbindet zahlreiche Orte der Region. Für Kinder ist eine Fahrt mit der Dampflok natürlich ein Erlebnis.

Aber auch Erwachsene können sich dem Charme kaum entziehen. Wenn die Lokomotive schnauft, Dampf ausstößt und sich der Zug langsam durch die Landschaft bewegt, fühlt sich eine Fahrt schnell wie eine kleine Zeitreise an.

Fachwerkhäuser in Quedlinburg
Fachwerk, Burgen und malerische Städte

Der Harz besteht aber nicht nur aus Natur. Rund um die Berge liegen zahlreiche historische Städte und Orte.

Besonders bekannt sind beispielsweise Quedlinburg, Wernigerode, Goslar und Stolberg. Viele dieser Städte besitzen historische Fachwerkhäuser, enge Gassen und beeindruckende Gebäude. Quedlinburg ist dabei mit seinem UNESCO-Welterbe sicherlich eines der herausragenden Beispiele. Wernigerode wird häufig wegen seines farbenfrohen Fachwerks und des Schlosses besucht. Goslar verbindet mittelalterliche Stadtgeschichte mit der jahrhundertealten Bergbaugeschichte des Rammelsbergs. Und Stolberg beeindruckt mit seiner historischen Altstadt und dem Schloss hoch über der Stadt.

Das Schöne für Familien: Man kann einen Naturtag wunderbar mit einem Stadtbesuch verbinden.

Wusstet ihr schon?

Wer im Harz Urlaub macht, kann mit der Gästekarte nicht nur von verschiedenen Vergünstigungen profitieren, sondern auch kostenlos mit den öffentlichen Bussen fahren. So könnt ihr viele Ausflugsziele ganz entspannt erreichen und das Auto einfach mal stehen lassen.

Clown Happy im Family Club Restaurant

Der Harz ist ein Ort für Geschichten

Was wir am Harz besonders mögen: Er verlangt nicht viel.

Man braucht keine besondere Ausrüstung, um erste Abenteuer zu erleben.

Ein paar feste Schuhe. Eine Regenjacke. Vielleicht einen kleinen Rucksack.

Und vor allem: Zeit.

Zeit, um einen Käfer zu beobachten.

Zeit, um einen Bach zu überqueren.

Zeit, um einen Stock zu finden, der plötzlich zum Wanderstock, Zauberstab oder Schwert wird.

Zeit, um auf einem Felsen zu sitzen und einfach einmal zu schauen.

Vielleicht ist das am Ende das Schönste am Harz. Fast jeder Ort hier hat seine eigene Geschichte. Die Geschichte von Königen. Von Bergleuten. Von Hexen. Von Dampflokomotiven. Von Tieren, die zurückgekehrt sind. Von Menschen, die ihre Städte über Jahrhunderte geprägt haben. Und natürlich von Familien, die heute hier Urlaub machen.

Der Harz ist deshalb für uns nicht einfach nur eine Landschaft. Er ist eine Mischung aus Natur, Geschichte und Abenteuer. Und vielleicht entdeckt jede Familie bei ihrem Aufenthalt ihren ganz eigenen Harz. Für die einen ist es der erste Blick vom Brocken. Für die anderen eine Fahrt mit der Dampflok. Für die Kinder vielleicht der kleine Bach hinter dem Wanderweg.

Und für die Eltern einfach der Moment, in dem alle gemeinsam auf einer Bank sitzen und merken: Heute war ein richtig guter Familientag.

Eure Gästebetreuerin Dominique Liedtke seit 2022 im Team vom Family Club.